Lies RefSol in vier Sprachen

(mehr…)

Refugee Solidarity Newsletter: Ausgabe 2

Das Problem mit den Wohnungen

Hat man als Flüchtling die Duldung erreicht, hat man das nächste Problem: man braucht eine
Wohnung.

Es gibt zwei Möglichkeiten: selbst eine Wohnung mieten, oder ein WG-Zimmer mieten. Beides ist
unglaublich schwierig.

Sprechen wir zuerst über die eigene Wohnung. Es ist noch nicht einmal das Hauptproblem, dass viele
private Vermieter nicht an Flüchtlinge vermieten. Das Problem ist eher, dass man als Flüchtling eine
„Angemessenheitsbescheinigung“ vom Jobcenter braucht, die die Anmietung der Wohnung erlaubt.
Das Jobcenter braucht in Dresden oft ganze 10 Tage, um diese Bescheinigung auszustellen. Bis dahin
ist die Wohnung meist weg, und die Suche geht von vorn los. Die Stadt Dresden hat zwar Kontingente
bei den großen Wohnungsvermietern, allen voran der Vonovia, für Flüchtlinge reserviert. Darunter
sind aber unsanierte, oft verschimmelte Löcher, in denen seit Jahren niemand wohnen will. Hat man
eine Wohnung bei Vonovia besichtigt, so muss man sie reservieren und auf die Vergabe warten – aber
man kann nur eine Wohnung reservieren, und kriegt man sie nicht, sind wieder 14 Tage vorbei, und
man fängt an, sich die nächste Wohnung anzuschauen. So vergehen schnell die Wochen und Monate
und es ist für Flüchtlinge unglaublich frustrierend.

Bei WG-Zimmern ist die Vermietung mehr oder weniger unabhängig von Vermietern und Behörden.
Wir würden gern sagen, dass es für Flüchtlinge einfacher sein sollte, ein WG-Zimmer zu bekommen.
Aber so ist es nicht. Wir kennen viele Geschichten von Flüchtlingen, die 30, 40, 60 WGs angeschrieben
haben, und wenn sie überhaupt eine Antwort bekommen haben, dann eine Absage. Ein typisches
Beispiel, das uns erzählt wurde:

„Anne“ (Name geändert): Hallo. Hier ist Anne. Ich rufe an wegen dem WG-Zimmer. Ist das
noch frei?“

[Bewohnerin]: „Ja, klar.“

Anne: „Super. Ich suche das Zimmer für einen Freund von mir. Er heißt Ali [Name
geändert] und ist syrischer Flüchtling.“

[Bewohnerin]: „Ähm, ja, aber…wir wollten eine Frau, sorry.“ [In der WG-Anzeige stand
explizit, Mann oder Frau gesucht.]“ – Alternative Antwort: „Ähm, aber…mein
Mitbewohner…möchte keinen Flüchtling.“

(Ende.)

Es ist für Flüchtlinge praktisch unmöglich, eine WG in Dresden zu finden, die bereit ist, einen
Flüchtling auch nur zum Vorstellungsgespräch einzuladen. Es ist ja kein Problem, dass eine
Person nicht in die WG reinpasst – aber wenn Leute, sobald sie erzählen, dass sie Flüchtling sind,
immer eine Absage bekommen, liegt das Problem woanders. Refugees welcome, aber bitte nicht
in meiner WG. Übrigens, darin stimmen alle Berichte überein, ist die „alternative“ Dresdner
Neustadt hier keine Ausnahme.

Wir möchten für das nächste halbe Jahr eine kleine Kampagne starten, um mehr WGs zu
überzeugen, dass es kein Problem ist, einen Flüchtling aufzunehmen. Wir suchen dazu
Unterstützung (insbesondere kurze Erfahrungsberichte und Ratschläge, die wir auf eine
Internetseite stellen wollen, sowie etwas Hilfe beim Webdesign und für einen Flyer). Wenn du
uns helfen möchtest, melde dich bitte bei refsol@riseup.net, dann besprechen wir alles weitere!

Fürs erste möchten wir aber ein paar Tipps für die Wohnungsanmietung und WG-Bewerbung
geben.

Tipps für deine Wohnungsanmietung

Die Angemessenheitsbescheinigung kann man sich auch im Ortsamt Pieschen (Bürgerstr. 63) holen,
dort bekommt man sie sofort und ohne Wartezeit. Öffnungszeiten: Di, Do 8-12 und 14-18 Uhr, Räume 105, 105a, 108, 108a, 111, 10

Tipps für deine WG-Bewerbung

Wenn du eine Wohnung mietest, ist es dem Vermieter egal, ob er dich nett findet oder nicht. Er
will sehen, dass du genug Geld hast, das reicht ihm. Bei WGs ist das anders. Wenn WGs neue
Mitbewohnerinnen oder Mitbewohner suchen, suchen sie meist Leute, die sie nett finden, die
ähnliche Interessen haben, und mit denen sie sich allgemein vorstellen können, gut zusammen
zu wohnen. Dabei ist die erste Email oft entscheidend. Es gibt Leute, die schreiben solche Emails:

„Hello. My name is Ali. I want to apply myself to the room. Please call me soon. Thank you.“

Deine Chancen mit so einer Email? Null.

Hier sind ein paar Tipps:

1. Deine Emailadresse

Leute in Deutschland verwenden Emailadressen wie
klaus.mueller@gmail.com oder
anne.schmidt@gmx.de (sorry, Anne und Klaus). Wenn deine Emailadresse
„muhammad2056@hotmail.com“ oder „ mu2alhu9898@yahoo.de“ heißt, sieht das aus wie
Internet-Werbung („Spam“) und wird oft automatisch gelöscht. Selbst wenn nicht, ist es schwer,
sich die Person hinter dieser Emailadresse vorzustellen. Leg dir lieber eine Adresse zu wie z.B.
„muhammad.alhussein87@gmail.com“. Damit überwindest du die erste Hürde…

2. Deine Vorstellungs-Email

Denk daran, in deiner Vorstellungsemail etwas über dich zu schreiben:

Was sind deine Hobbies? Spielst du gern Fußball oder Schach? Kochst du gern (und was?)
Was machst du abends und an Wochenenden? Was machst du normalerweise mit
deinen Freundinnen und Freunden, wenn ihr weggeht?

Falls du noch kein gutes Deutsch sprichst, schreib, dass du gerade deutsch lernst und in
ein paar Wochen sehr gut deutsch sprechen kannst.

Vielen WGs ist wichtig, dass du schonmal mit anderen Leuten zusammengewohnt hast.
Hast du während deines Studiums im Studentenwohnheim gewohnt (und selbst gekocht,
sauber gemacht etc.)? Falls ja, schreib das. Den meisten WGs ist es wichtig, jemand zu
finden, die oder der weiß, wie man putzt, Ordnung hält, und andere respektiert. Schreib
auch, was dir wichtig ist am WG-Leben: magst du Parties? Brauchst du viel Ruhe? Schreib
das gern, damit die Leute sich ein Bild von dir machen können.

3. Das Vorstellungsgespräch

Wenn du ein Vorstellungsgespräch hast, und du sprichst noch kein gutes Deutsch und kein
Englisch, kannst du gern einen Freund/eine Freundin zum Übersetzen mitnehmen. Stelle Fragen
und erzähl etwas über dich. Es ist auch keine schlechte Idee, zu Vorstellungsgesprächen
Süßigkeiten oder eine Flasche Wein mitzubringen. ;-)

Viel Erfolg. Was haben wir vergessen, wo liegen wir falsch? Schreib uns deine Fragen und
Erfahrungen (deutsch/englisch/arabisch/farsi): refsol@riseup.net.

Unsere Forderungen

Es gibt in Deutschland mehr als genug gute Wohnungen für alle Flüchtlinge. Wir akzeptieren nicht,
dass Flüchtlinge monatelang nach einer Wohnung suchen müssen, während viele Wohnungen leer
stehen. Wir akzeptieren nicht, dass Flüchtlinge monatelang in Sammelunterkünften leben müssen. Wir fordern:

  1. Einführung eines Mietpreismaximums für alle deutsche Städte.
  2. Verteilung leer stehender Wohnungen an Leute, die eine Wohnung brauchen.
  3. Individuelle Unterbringung aller Geflüchteten.
  4. Asyl für alle.

In dieser Reihe stellen wir in jeder Ausgabe einige hilfreiche Adressen oder interessante
Veranstaltungen vor. Das soll Euch das Einleben in Dresden erleichtern und die Möglichkeit geben,
Euch mit Gleichgesinnten zu vernetzen.

Das Platzda (Wernerstr. 21) ist ein offener Nachbarschaftstreff in Löbtau. Dort gibt es
Veranstaltungsräume, aber auch Couchen und Sitzmöglichkeiten zum Abhängen, Diskutieren und
gemeinsam Kaffee trinken. Donnerstags ab 19:30 Uhr ist dort “Food for all” – dann gibt es Essen und
Trinken für wenig Geld und die Möglichkeit neue Leute kennen zu lernen. Außerdem findet im Platzda
jeden Dienstag von 16:00 bis 18:00 Uhr ein Sprachcafe statt. Da ist es also möglich, im Gespräch mit
Leuten vor Ort Deutsch zu üben. Außerdem kann man sich über gemeinsame Probleme und
Erfahrungen austauschen, z.B. bei der Wohnungssuche oder mit den Ämtern. Die freundliche und
gemeinschaftliche Athmosphäre bei diesen Treffen hat uns sehr beeindruckt!

Refugee Solidarity Newsletter: Ausgabe 1

Wofür wir kämpfen
Jeder Mensch, egal wovor er flüchtet, hat ein Recht auf Asyl. Niemand entscheidet sich freiwillig für die Flucht, sondern weil Krieg, Terror, Gewalt, Umweltzerstörung und Wirtschaftskrise keine andere Wahl lassen.
Die deutsche Regierung hat das Jahr 2016 mit einer Verschlechterung der Situation für Flüchtlinge begonnen. Mit dem „Asylpaket 2“ soll der Nachzug von Familien eingeschränkt werden, es sollen Abschiebezentren entstehen und Abschiebungen erleichtert werden. Viele deutsche und geflüchtete Frauen haben von der Regierung gefordert, getrennte Unterbringungen für geflüchtete Frauen zu schaffen, damit diese sicher vor Übergriffen in den Lagern sind. Dies hat die Regierung verweigert. Der deutsche Innenminister Thomas dé Maiziere war einer der ersten, der die sexuellen Übergriffe gegen Frauen in Köln verurteilt hat – aber für den Schutz von Frauen will er nichts tun.
Wir machen uns keine Illusionen. Der deutsche Staat und das deutsche Kapital haben kein Interessse daran, die Situation für Flüchtlinge nennenswert zu verbessern. Sie werden lieber Wohnungen leer stehen lassen, lieber Essen, Kleidung und Autos wegwerfen, als sie denen, die sie brauchen, kostenlos zu geben. Selbst wo Staat und Kapital die Flüchtlinge als „nützliche“ Billigarbeitskräfte ansehen, wird ihre Versorgung auf das Nötigste beschränkt. Was wir brauchen, ist eine solidarische Organisierung von Flüchtlingen, Deutschen und Anderen, und ein gewaltfreier, aber entschlossener Kampf – mit Demonstrationen, Streiks und Besetzungen.
Wir fordern:
1. Schnellere Vergabe von Wohnungen statt wochen- und monatelanger Unterbringung in Sammellagern.
2. Schaffung von Möglichkeiten zur getrennten Unterbringung von Frauen und Einrichtung von Beratungsstellen für Opfer sexueller Gewalt.
3. Deutschkurse und gleiche Unterstützung für alle Flüchtlinge – egal, wo sie herkommen.
4. Stopp aller Abschiebungen. Niemand flieht freiwillig. Einige fliehen vor Krieg und Bürgerkrieg. Andere vor der Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen durch die kapitalistische Krise. Sie fliehen, weil sie keine Möglichkeit mehr haben, zu überleben. Es gibt keine sicheren Herkunftsstaaten.
5. Recht auf Asyl für alle.


Kampf dem Rassismus

Rassismus ist Denken und Handeln, das Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, Kultur oder ethnischen Herkunft bevorzugt oder benachteiligt.
Oft drückt sich die Unzufriedenheit mit der eigenen, prekären Lebenslage in Hass auf Menschen aus, welche noch mehr unter dem System leiden. Die Frage nach den Gründen, warum das eigene Leben so schlecht ist, wird dabei aus den Augen verloren.
Die aktuelle rassistische Mobilmachung gegenüber Flüchtlingen ist ein gutes Beispiel dafür. Im Jahr 2002 hatte die damalige deutsche Regierung aus den Parteien SPD und GRÜNE die sogenannten “Hartz 4″-Gesetze beschlossen. Damit sank das Arbeitslosengeld, dafür nahmen Druck und Schikanen durchs Amt zu. Der Staat verfolgte mit diesen Gesetzen zwei Ziele. Einerseits wurden die Kosten verringert, die durch die mehr und mehr wirtschaftlich “überflüssigen” Menschen entstehen – d.h. durch die Menschen, für die keine Jobs mehr da sind, weil die verbesserte Technik sie überflüssig macht. Andererseits steigerte Hartz 4 die Konkurrenz unter denen, die noch Arbeit haben. Somit entstand, vom deutschen Staat gefördert und gewollt, ein großer Niedriglohnsektor. Das war ein Vorteil für die deutsche Wirtschaft in der weltweiten Konkurrenz, und ein großangelegter Angriff auf die Interessen der Lohnabhängigen in Deutschland.
Die große Wirtschaftskrise von 2007/08 erhöhte nur noch ökonomische Unsicherheit, Arbeitsdruck und Abstiegsängste. Zwar steht Deutschland verglichen mit andern Ländern noch ganz gut da. Aber die deutsche Wirtschaft lebt vom Export, und mit dem Wirtschaftsabschwung in China, ist auch hier bald Stillstand angesagt.
In diesem Zusammenhang werden Flüchtlinge als Gefahr wahrgenommen: als Eindringlinge und als Lohndrücker! Rassistische Hetze findet damit Anklang weit hinaus über die Nazi-Szene. Pegida & co, das sieht man jeden Montag, findet seine Fans ebenso unter Arbeitslosen, unter Arbeitern, wie unter von Verarmung bedrohten Selbständigen. Sie kämpfen nicht für eine Verbesserung ihrer Situation. Die Botschaft, die sie den Herrschenden entgegen brüllen, lautet: “Beutet uns aus, nehmt uns härter ran, behandelt uns wie Dreck, aber: die Flüchtlinge, die Ausländer, behandelt die noch schlechter!”
Rassisten denken also, dass Ausländer allein wegen ihrer Abstammung anders behandelt werden sollen als Deutsche. Mit dieser Erklärung wollen wir nicht die Rassisten in Schutz nehmen oder entschuldigen. Im Gegenteil. Die Rassisten wollen absichtlich nicht erkennen, dass Einheimische und Geflüchtete grundsätzlich beide unter den Folgen der Krise zu leiden haben. Sie wollen nicht erkennen, dass Deutsche und Syrer beide genau so einen Dreck wert sind, wenn ihre Arbeit nicht Gewinn für ein kapitalistisches Unternehmen bringt. Und sie wollen auch nicht erkennen, dass sie daher auch gemeinsam für die Verbesserung ihrer Lebenslagen kämpfen müssen. Denn die Geschichte zeigt, dass Rassismus spaltet und schwächt. Nur durch Zusammenarbeit und Solidarität der Menschen, auf deren Kosten Staat und kapitalistische Wirtschaft arbeiten, kann es besser werden!
Im Rassismus werden Verhältnisse, die gesellschaftlich entstanden sind, zu natürlichen Eigenschaften von Individuen einer Gruppe erklärt. Wir sollten uns unserer gemeinsamen Lage sowie deren Ursachen bewusst werden und sie klar benennen – Staat, Kapitalismus und Patriarchat. Diese müssen wir gemeinsam bekämpfen!


Adressen und Termine in Dresden

Wir möchten euch in jeder Ausgabe einige hilfreiche Adressen oder interessante Veranstaltungen vorstellen. Das soll euch das Einleben in Dresden erleichtern und die Möglichkeit geben, euch mit Gleichgesinnten zu vernetzen.
Als erste Anlaufstelle finden wir die Website_http://afeefa.de_sehr gelungen. Dort findet ihr Sport- und Freizeitangebote, Deutschkurse, Kleiderspenden, Beratungsstellen und vieles mehr in und um Dresden. All diese Vorschläge sind übersichtlich in einer Stadtkarte eingezeichnet.
Habt ihr Lust auf nette, offene Menschen, bunte Veranstaltungen und günstiges Essen? Dann ist das Alternativzentrum AZ Conni vielleicht genau das Richtige. Das AZ Conni (http://azconni.de)_ist auf der Rudolf-Leonhard-Straße 39. Jeden Dienstag und Mittwoch Abend ab 19 Uhr gibt es dort_ „Küche für alle“. Das heißt einige Menschen kochen Essen, das man gegen eine kleine Spende bekommt. Am Wochende finden oft Konzerte statt. Außerdem gibt es da eine kleine Skateboardrampe und einen Buchladen. Im AZ Conni sind alle freundlich.

Refugee Solidarity: Neue Zeitung für Refugees ab März in Dresden – komm vorbei und mach mit!

Wir suchen interessierte Menschen, die gemeinsam mit uns eine kleine Zeitung für Refugees herausgeben möchten. Wir möchten alle – egal ob Deutsche, Flüchtlinge oder andere – einladen, bei der Zeitung mitzuarbeiten.

Das sind unsere Ziele:

  • Wir wollen das Leben für geflüchtete Menschen verbessern und sicherer machen. Wir fordern bessere Wohnungen, mehr Freiheiten, mehr Rechte und vor allem ein besseres Bleiberecht.
  • Wir denken aber, dass wir das nicht erreichen werden, indem wir nette Briefe an Frau Merkel schreiben. Der deutsche kapitalistische Staat hat immer wieder gezeigt, dass er kein Interesse daran hat, Flüchtlingen ein gutes und sicheres Leben zu ermöglichen, sondern die Flüchtlinge aufteilen möchte in solche, die ihm als billige Arbeitskräfte „nützlich“ sind – und alle anderen, die möglichst schnell wieder abgeschoben werden sollen.
  • Wir müssen daher selbst für bessere Lebensbedingungen kämpfen. Das heißt zuerst, dass Flüchtlinge sich selbst organisieren müssen, sich regelmäßig treffen müssen, und gemeinsam über ihre Lage und die dafür verantwortlichen Zustände diskutieren müssen. In vielen Städten konnten Flüchtlinge durch Streiks und Demonstrationen z.B. eine bessere Unterbringung bekommen. Die Zeitung soll ein Startpunkt für diese Organisierung sein und Tipps und aktuelle Informationen liefern. Sie könnte das Medium für Selbstverständigung, Koordination, Diskussion etc. werden.
  • Wir wollen ein gutes und sicheres Leben für alle Menschen – egal, wo sie herkommen, egal welche Hautfarbe und welches Geschlecht sie haben. Wir wollen ein Ende der rassistischen und „ethnisierten“ Auseinandersetzungen auch unter Flüchtlingen und ein Ende der Gewalt gegen Frauen, egal ob durch deutsche oder durch geflüchtete Männer. Die Zeitung soll über Sexismus, Rassismus und Gewalt aufklären und helfen, sich selbst und andere davor zu schützen.
  • Wir wollen dabei auch gemeinsam für eine andere und bessere Gesellschaft kämpfen – für alle Menschen. Die Kriege und Bürgerkriege auf dem ganzen Planeten sind auch Folge der Krise des Kapitalismus. Es gibt kein Zurück mehr zur Zeit „vor“ dem Krieg und vor der Krise. Europa selbst steht seit Jahren am Rande einer großen wirtschaftlichen Krise (für die die Flüchtlinge natürlich nicht schuld sind!). Wir wollen eine andere Gesellschaft, in der Menschen nicht gegeneinander, sondern miteinander und füreinander arbeiten, und in der es keinen Unterschied mehr macht, ob man ein Mann oder eine Frau ist. Eine Gesellschaft, in der man ohne Angst verschieden sein kann, in der alle Menschen gemeinsam entscheiden – wie wir leben, was wir produzieren und wie wir das tun. Die Zeitung soll über den Kapitalismus, Imperialismus und das ungleiche Geschlechterverhältnis aufklären und die Selbstorganisation von geflüchteten und einheimischen Menschen gegen diese zerstörerischen Zustände erleichtern

Die Zeitung soll Refugee Solidarity heißen und alle 14 Tage auf Arabisch, Farsi, Englisch und Deutsch erscheinen. Für die Vorbereitung und Diskussion der Zeitung treffen wir uns:

  • Jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat. Die Treffen für die nächsten Monate sind: 20. Januar, 3. Februar, 17. Februar, 2. März, 16. März, 6. April, 20. April
  • Immer 20:00 Uhr in der „Kosmotique“ (Martin-Luther-Str. 13)
  • Wer nachts nicht allein durch Dresden gehen möchte, den bringen wir danach sicher nach Hause.

Wir suchen Leute die schreiben können, übersetzen können, die Zeitung verteilen können, uns mit anderen Projekten vernetzen können oder so mit uns diskutieren wollen. Wir freuen uns auf dich! Komm vorbei! Falls du Ideen hast, aber nicht vorbeikommen kannst, schreib uns eine Email (du kannst gern auf deutsch, englisch, arabisch oder farsi schreiben): refsol@riseup.net